Errechne jetzt Dein potenzielles Ersparnis
Mit dem Ertragsrechner von den Balkonkraftwerk-Profis lässt sich ganz einfach ermitteln, welche Strommenge Dein PV-Modul liefern kann. Zusätzlich erhältst Du hilfreiche Tipps zur optimalen Modulpositionierung – etwa zur Ausrichtung und zum Neigungswinkel – um den Energieertrag zu steigern und Deine Stromkosten zu senken.
Wichtig: Ob 90 % tatsächlich erreichbar sind, hängt von deiner Situation ab. Bei 3 oder mehr Modulen oder hohem Jahresverbrauch kann ein kleinerer Speicher schnell voll sein – dann bleibt Ertrag ungenutzt und die berechnete Ersparnis wird nicht erreicht. In diesen Fällen lohnt sich ein erweiterter Speicher.
Dein persönliches Ergebnis
Basierend auf deinen Angaben zu Anlage & Haushalt.
FAQ zum Ertragsrechner
1) Letzte Stromabrechnung: Der einfachste Weg. Auf Ihrer jährlichen Abrechnung steht der Gesamtverbrauch in Kilowattstunden (kWh) für den vorherigen Abrechnungszeitraum.
2) Smart Meter/Digitaler Zähler: Hast Du einen modernen Zähler, kannst Du Deinen Verbrauch oft tagesaktuell ablesen. Smart Meter ermöglichen manchmal auch eine Live-Überwachung über Apps.
3) Schätzen: Notiere Deinen Zählerstand an jedem Tag einer Woche zur gleichen Uhrzeit. Ermittle aus diesen Werten den Durchschnitt pro Tag und multipliziere ihn mit 365. Weniger genau, aber einfach zu ermitteln.
Vergleichswerte zur Einordnung (pro Jahr, Quelle: EnBW):
1 Person: ca. 1.500 – 2.200 kWh
2 Personen: ca. 2.500 – 3.800 kWh
3 Personen: ca. 3.455 kWh
4+ Personen: > 4.000 kWh
Wie berechnet unser Ertragsrechner die Ergebnisse?
Unser Rechner verknüpft mehrere physikalische und wirtschaftliche Faktoren miteinander, um ein möglichst realistisches Bild deiner potenziellen Ersparnis zu zeichnen. Hier erklären wir Schritt für Schritt, wie die Berechnung funktioniert.
Schritt 1: Basisstrahlung nach Standort
Der erste Faktor ist die solare Globalstrahlung an deinem Standort – also wie viel Sonnenenergie pro Jahr auf einen Quadratmeter in deiner Region fällt. Dieser Wert wird in kWh/m² pro Jahr angegeben und variiert in Deutschland erheblich: Im Norden (Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin) liegt er bei ca. 950 kWh/kWp, in Westdeutschland (NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland) bei ca. 1.020, in Mitteldeutschland (Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt) bei ca. 1.080, und in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) bei ca. 1.150 kWh/kWp. Diese Regionalisierung sorgt dafür, dass ein Hamburger Haushalt kein unrealistisch optimistisches Ergebnis angezeigt bekommt – der Unterschied zwischen Nord und Süd beträgt immerhin rund 20 %.
Schritt 2: Ertragsprozent nach Neigung und Ausrichtung
Die Basisstrahlung allein reicht nicht aus – entscheidend ist auch, wie viel dieser Strahlung tatsächlich auf dein Modul trifft. Das hängt von zwei Faktoren ab: dem Neigungswinkel (Winkel zur Horizontalen) und der Himmelsrichtung (Azimut). Für diese Berechnung verwenden wir eine zweidimensionale Ertragstabelle aus realen Messdaten von photovoltaik.org. Die Tabelle enthält Wirkungsgradungswerte für 19 Azimutschritte (von 0° = Süd bis 180° = Nord, also auch Ost und West) und 11 Neigungswinkel (von 0° = flach liegend bis 90° = senkrecht). Zwischen den Tabellenwerten interpolieren wir bilinear, also in beide Richtungen gleichzeitig, um auch Zwischenwerte präzise abzubilden. Ein nach Süden ausgerichtetes Modul mit 35° Neigung entspricht dem Optimum (100 %), ein senkrechtes Nordmodul kommt auf etwa 29 % davon.
Schritt 3: Jahresertrag in kWh
Aus Modulleistung (kWp), regionaler Basisstrahlung (kWh/kWp) und dem Ertragsprozent ergibt sich der Jahresertrag in kWh:
Jahresertrag = Modulleistung [kWp] × Basisstrahlung [kWh/kWp] × Ertragsprozent [%]
Zwei 500-Wp-Module (1,0 kWp) in Mitteldeutschland, nach Süden ausgerichtet und mit 60° Neigung, kommen beispielsweise auf etwa 1.080 × 0,937 × 1,0 = ca. 1.012 kWh im Jahr.
Schritt 4: Eigenverbrauch und Eigenverbrauchsquote
Nicht der gesamte erzeugte Strom wird eingespart – nur der Teil, den du selbst verbrauchst. Überschüssiger Strom fließt zwar ins Netz, wird bei Balkonkraftwerken aber in der Regel nicht vergütet. Die Eigenverbrauchsquote beschreibt, welchen Anteil des erzeugten Stroms du direkt oder indirekt (über einen Speicher) selbst nutzt. Ohne Speicher rechnen wir mit einer typischen Eigenverbrauchsquote von 60 % – das entspricht dem realen Durchschnittswert bei normaler Abwesenheit tagsüber. Mit Speicher steigt dieser Wert auf etwa 90 %, weil du den tagsüber erzeugten Überschuss in den Abendstunden abrufen kannst, statt ihn ungenutzt einzuspeisen. Diese Werte basieren auf veröffentlichten Studien und Praxiserhebungen zu Stecker-Solaranlagen.
Schritt 5: Eigenverbrauch gedeckelt am Jahresverbrauch
Hier kommt ein wichtiger Schritt, den viele andere Rechner weglassen: Die Ersparnis kann nicht höher sein als der tatsächliche Jahresstromverbrauch. Wenn deine Anlage theoretisch mehr Strom erzeugen könnte, als du im gesamten Jahr verbrauchst, ist der Überschuss wirtschaftlich wertlos – er verpufft im Netz ohne Vergütung. Deshalb gilt: Der effektive Eigenverbrauch ist das Minimum aus (Jahresertrag × Eigenverbrauchsquote) und dem Jahresstromverbrauch. Erst dieser gedeckelte Wert fließt in die Ersparnis ein. Das macht den Rechner vor allem bei kleinem Haushalt und großer Anlage ehrlicher.
Schritt 6: Jährliche Ersparnis in Euro
Die jährliche Ersparnis ergibt sich aus dem gedeckelten Eigenverbrauch multipliziert mit deinem Strompreis:
Jährliche Ersparnis = Eigenverbrauch [kWh] × Strompreis [€/kWh]
Bei 60 % Eigenverbrauch, 1.012 kWh Jahresertrag und 0,37 €/kWh ergibt das: 607 kWh × 0,37 € = ca. 225 € im Jahr.
Schritt 7: Amortisation
Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, nach dem die kumulierten Ersparnisse die Anschaffungskosten übersteigen:
Amortisationszeit = Produktpreis [€] ÷ jährliche Ersparnis [€]
Bei einem Produktpreis von 499 € und 225 € Jahresersparnis wären das ca. 2,2 Jahre. Nach dieser Zeit erzeugt die Anlage wirtschaftlich gesehen kostenlosen Strom – für die typische Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren.
Schritt 8: CO₂-Ersparnis
Für die CO₂-Ersparnis multiplizieren wir den Jahresertrag mit dem durchschnittlichen CO₂-Äquivalent des deutschen Strommixes. Wir verwenden 0,45 kg CO₂ pro kWh – einen konservativen Wert, der dem aktuellen Emissionsfaktor des deutschen Netzstroms entspricht. Dieser Wert wird sich mit fortschreitendem Ausbau erneuerbarer Energien langfristig verringern.
Schritt 9: Speicherempfehlung
Die Speicherempfehlung basiert auf einer Überschussrechnung: Wie viel Solarstrom fällt täglich an, der nicht direkt verbraucht wird und daher gespeichert werden müsste? Dazu schätzen wir die Tagesproduktion (Jahresertrag ÷ 365), ziehen den direkten Tagesverbrauch ab (15 % des Tagesverbrauchs ohne Home-Office, 40 % mit Home-Office) und erhalten den täglichen Überschuss. Dieser wird mit einem Puffer von 10 % versehen und in eine Speicherempfehlung übersetzt: unter 3 kWh täglich → ca. 2 kWh Speicher, 3–5 kWh → ca. 4 kWh, 5–7 kWh → ca. 6 kWh, darüber → ca. 8+ kWh.
Was der Rechner nicht berücksichtigt
Kein Rechner kann alle Faktoren vollständig abbilden. Nicht berücksichtigt sind: Verschattung durch Bäume, Nachbargebäude oder Geländer, Temperaturdegradation der Module im Hochsommer, Kabelverluste, Degradation der Modulleistung über Jahre (ca. 0,3–0,5 % pro Jahr) sowie individuelle Verbrauchsspitzen oder -täler innerhalb des Tages. Diese Faktoren können das Ergebnis in der Praxis leicht nach oben oder unten verschieben. Als Entscheidungshilfe ist unser Rechner dennoch deutlich präziser als pauschale Daumenregeln.